Die Machbarkeitsstudie

DSC_0334Ich wollte 2014 herausfinden, wo und wie ich meine Idee umsetzen kann, bedürftigen Menschen zu helfen. In Italien, während meiner Auszeit entschied ich definitiv, das Projekt entweder in Thailand oder in den Philippinen umzusetzen. Andere Länder kamen aus diversen Gründen nicht in Frage. Entweder waren die Visavorschriften zu eng, die Infrastruktur allzu schlecht, oder es herrschten strikte Kaitalvorschriften, die mich zu stark eingeengt hätten. Also flog ich los und reiste ich für mehrere Monate durch Thailand und die Philippinen, mit einem kurzen Abstecher nach Malaysia.

Darüber gibt es diverse Berichte in meinem Blog. Ich sprach mit ein paar hundert Personen,  armen Menschen, Juristen, Entwicklungshelfern, Journalisten, jemandem, der genau so ein Projekt für die Prince of Wales Stiftung führte, ich sprach auch mit Prostituierten (um zu sehen, ob ich mit so einer Idee gleich zwei Flliegen erschlageen könnte). Schlussendlich sprach ich auch mit Leitern von Hilfsprojekten für Kinder und Jugendliche, ob meine Idee nicht ein idealer Zusatz wäre, um den Jugendlichen nahtlos eine Zukunft bieten zu können.

 

Hier die wichtigsten Entscheide, die ich traf:

  • Das Projekt starte ich in Donsol und Gubat, zwei Kleinstädte in der Provinz Sorsogon in den Philippinen. Ausschlaggebend waren die Sprache (Englisch ist offizielle Amtssprache), die verfügbare Infrastruktur auch in ärmeren Gegenden sowie die flexibleren Visavorschriften. Ich wählte zwei Orte, in der Hoffnung, dadurch ein Konkurrenzdenken aufzubauen, das motivierend wirken kann.
  • Ich werde die TeilnehmerInnen in einen 2-wöchigen Einführungskurs einladen und in dieser Zeit mit ihnen ihr eigenes Geschäftsmodell erarbeiten, verbunden mit viel praktischer Arbeit. Ich hoffte auch, damit eine Zusammenarbeit der Menschen zu fördern.
  • Ich wollte Frauen und Männer ins Programm aufnehmen, im Wissen, dass viele ähnliche Organisationen Mikrokredite nur an Frauen vergeben. Und ich wollte keine Gruppenkredite vergeben, wie das beispielsweise in Indien häufig der Fall ist, weil ich nie verantwortlich sein wollte, falls jemand Selbstmord begeht oder in die Prostitution getrieben wird. Diese Konsequenzen passieren bei Gruppenkredite nur allzu häufig.
  • Kredite wird es keine geben, vielmehr werde ich das benötigte Material einkaufen und in einer Art Miete/Kauf Vertrag zur Verfügung stellen, bis der Betrag zurückbezahlt ist. Danach geht alles Material in das Eigentum des jeweiligen Firmeninhabers über. Damit vermeide ich, dass sich die Leute Fernseher kaufen, statt ein Unternehmen zu gründen.
  • Leider musste ich meine Idee begraben, mit einem Kinderheim gemeinsam zu arbeiten, um den Absolventen der jeweiligen Schule eine anschliessende Weiterbildung zu ermöglichen. Offenbar hatten diese Organisationen Angst, dass ich beim Sammeln von Spendengeldern eine Konkurrenz werden könnte.
  • Ich verwarf auch die Idee, Prostituierte aus dem Gewerbe zu holen, indem ich ihnen eine Alternative biete. Es ist erstens zu gefährlich und zweitens wurde als einzige Geschäftsidee immer wieder die Gründung einer Bar genannt.

 

So ging es dann 2015 ins Pilotprojekt. Eine spannende Phase.

 

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