Piltoprojekt 2015 – Abschlussbericht

Zwischen September und Dezember 2016 konnte ich mit Eurer Hilfe 8 armen Menschen in Donsol und Gubat helfen, ein eigenes, kleines Geschäft zu eröffnen.

Evelyn, Edna, Sherly, Judith, Rovhilyn, Nora, Zaldy und Randy waren die Teilnehmer im ersten e-startUP Camp. In einem zweiwöchigen Training lernten sie, wie man ein Geschäft plant und führt. Es enstand ein Geschäftsmodell und ein Budget für ihre jeweilige FIrma.

Anschliessend war ich beim Start ihrer Unternehmen dabei. Wir kauften Material im Wert von je 400 bis 900 Franken. Das Konzept der e-startUP “Mikrokredite” ist nicht Bargeld zu verteilen, sondern stattdessen Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Diese werden von den Jungunternehmern für eine vorbestimmte Zeit “gemietet”. Ist der jeweilige Betrag bezahlt (zinslos), geht alles Material in ihren Besitz über. Bis dahin gehört es mir.

Meine Arbeit leistete ich ohne Entgelt, das gesammelte Geld von gut 30’000 Franken wurde benutzt für Infrastruktur, Training, Essen der Teilnehmer, Schulungsmaterial, Internetanschluss, Mikrokredite, Sherlys Lohn, Gebühren für Banken und Crowdfunding (insgesamt 15% der Summe), Belohnungen für Spender, usw.

Stand heute (23. März 2016):

  • 4 Geschäfte laufen zufriedenstellend bis sehr gut: Ruvhilyn, Judith, Nora, Zaldy.
  • 1 Geschäft musste ich schliessen, das von Edna. Das Material für eine mobile Küche ist alles da, wenn ich nächstes Mal in den Philippinen bin, suche ich jemanden, der dieses Geschäft eröffnen möchte.
  • 2 Geschäfte werden wohl nicht eröffnet, dasjenige von Evelyn und Randy. Zumindest haben die beiden jedoch begonnen, die Kredite zurückzubezahlen.
  • 1 Geschäft, das von Sherly, benötigt dringend Hilfe. Ein Troubleshooting für die Produktion von Seife.

4 von 8 Geschäften erfolgreich, das tönt nach wenig. Wir sollten aber bedenken, dass auch bei uns die Erfolgschancen nicht wesentlich besser sind. Trotz besserer Ausbildung. Nicht zu unterschätzen sind auch die Nebeneffekte. Nur ein Beispiel: Ein Restaurantbesitzer schmiss die Plastikbecher regelmässig in den Fluss. Ich nahm meine darauf jeweils mit. Als er mich fragte warum, erklärte ich es ihm. Danach schmiss er nie wieder Plastik in den Fluss. Insofern betrachte ich mein Engagement alsw recht erfolgreich.

Learnings aus dem Pilot:

Das Programm wird vorerst nur noch alleinstehenden Frauen bis 40 Jahre offen stehen. Ich plane erst später wieder Männer aufzunehmen, solche, die ich gut kenne. Alleinstehende Frauen deshalb, weil offenbar die Motivation leidet, wenn ein Ehemann da ist, der selbst Geld verdient. Die Altersgrenze möchte ich vorerst einführen, um sicherzustellen, dass ein Minimum an Lernwille und -fähigkeit vorhanden ist. Falls Kinder da sind, ist eine Teilnahme auch nur möglich, wenn für eine Betreuung gesorgt ist.

Ich möchte die Ausbildung allgemein zugänglich machen und von den Mikrokrediten trennen. Damit kann ich prüfen, wieweit die Teilnehmerinnen wirklich engagiert ein Geschäft gründen möchten. Nach erfolgtem Training und erstelltem Geschäftsplan werden die Gönner und Sponsoren bessere Informationen haben, um zu entscheiden, wem sie einen Mikrokredit anvertrauen wollen.

Wie weiter:

Ich plane, in Zukunft jeweils 10-11 Monate pro jahr in den Philippinen zu verbringen. Ich möchte mit Eurer Hilfe ein oder besser zwei kleine Zentren oder “Colocations” schaffen, um dort einerseits gratis Ausbildung und Coaching anzubieten, andererseits den Unternehmern Platz für Werkstatt, Verkaufslokale etc. zur Verfügung zu stellen. Mehr dazu bald auf dieser Seite.

 

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