Es kam zum Eklat…

Am Dienstag kam es zum Eklat. Ich habe alle meine Projekte auf “Warten” gesetzt.

Der Grund sind die Arbeiten – oder besser  nicht-Arbeiten – auf dem Spielplatz. Ende April kam ich zurück nach Donsol und hoffte, in einem Monat, oder zwei, einen sicheren Platz für Familien hier am verschmutzten Strand zu schaffen. Ihr habt das Material gespendet, die Barangay hat das Land am Strand zur Verfügung gestellt und zu Beginn waren es hier gut ein Dutzend Leute, die abwechslungsweise mithalfen, den Platz zu bauen. Es wurden jedoch immer wie weniger, bis am Dienstag, da waren es noch zwei. Ich kann von diesen Zwei nicht erwarten, dass sie die ganze Arbeit alleine tun. Schliesslich müssen sie auch noch Geld für ihre Familien verdienen.

Am Dienstag war ich wütend, traurig, enttäuscht, die ganze Palette an entsprechenden Gefühlen. Ich wollte gleich alles abbrechen und von Donsol wegziehen. Aber ich bin alt genug, um zunächst darüber zu schlafen und nachzudenken, was die nächsten Schritte sein könnten.

Nachdem ich aus Sicherheitsgründen (hier und hier)  meine Aktivitäten in den rundumliegenden Dörfern einstellen musste, war das ein Tiefschlag für mich.

So sprach ich gestern spät beim Barangay Captain vor (Barangay = Stadtteil oder Dorf, die kleinste politische Einheit hier).

Er teilte meine Enttäuschung. Er versteht, dass solche Projekte nur Sinn machen, wenn sie nicht alleine von ihm, sondern von der ganzen Bevölkerung getragen werden. Er versteht, dass dieses Projekt nur der Anfang ist von vielen weiteren Ideen, wie man Donsol und insbesondere der Barangay Dancalan helfen könnte. Denn Dancalan braucht nicht mehr Touristen, aber sie brauchen dringend Attraktionen, damit Touristen etwas mehr Geld ausgeben. Ausser den Schiffsführern, die mit Touristen Walhaie suchen gehen, ein paar Resorts und Restaurants, profitiert hier kaum wirklich jemand vom Tourismus.

Er versteht auch, dass ihm all diese Projekte helfen können, wieder als Barangay Captain gewählt zu werden…

Er machte den Vorschlag, die gesamte Barangay zu einer Veranstaltung einzuladen und zu motivieren. Auf die Frage, ob das innerhalb von 4 Wochen möglich sei, meinte er “In weniger als 4 Wochen”.

Was tue ich in dieser Zeit? Nun, entspannen. Ich habe alle Projekte in den Wartestatus gesetzt, ausser solchen, wo ich Menschen berate, wie sie ihr Geschäft besser führen können. Es sind solche Projekte, die keine finanzielle Unterstützung benötigen.

Mal schauen, ob es uns gelingt, die Bevölkerung zu motivieren. Beispiele irgendwo in der Welt gibt es genügend, zum Beispiel das schwimmende Fussballfeld in Thailand oder das Rainbow Village in Indonesien. Solche Projekte gefallen dem Barangay Captain und wir hoffen, der Funke springt auch auf die Menschen hier über. Ich halte Euch auf dem laufenden.

 

Schwimmendes Fussballfeld in Thailand – Heute ein Touristenmagnet Bild: Thailand Tip

Etwas ähnliches möchte ich später auch hier in Donsol realiseren, allerdings angepasst auf den hiesigen Nationalsport, Basketball. Gebaut aus gebrauchten PET-Flaschen, DIe Dancalan Elementary School sammelt schon eifrig Flaschen. Mehr zum schwimmenden Fussballfeld:

Thailands schwimmender Fußballplatz ist eines der schönsten Fußball Felder der Welt

 

Regenbogendorf in Indonesien Foto: Quelle im Bild unten auf GEO

 

Auch über sowas studiere ich. Nein, sicher nicht kopieren, aber ich denke, eine Verschönerung von Dancalan hilft sehr, um Touristen ein oder zwei Tage länger hier zu haben.

 

Mehr zum Regenbogendorf:

 

 

 

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2 Comments

  1. Hey, toll, dass Du aus der Krise heraus ein gutes Gespräch einfädeln konntest. Wünsche euch viel Glück sowie bunte, schwimmende und weitere kreative Ideen.

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