Update über alle diversen Projekte

Im Mai war wenig los. Ferienzeit. Sommer. Die Menschen gehen zu Familienzusammenkünften oder organisieren welche. Projeket vorwärts zu betreiben ist fast unmöglich. Kennen wir auch, oder?

Mit dem einsetzenden Südwest-Monsun ist hier der „Sommer“  vorbei. Die Regenzeit beginnt, zumindest im Westen des Landes. Hier in Donsol spürt man wenig Unterschied.

Diese Woche, am 5. Juni begann die Schule wieder. Nun kann ich endlich auch mit meinen Projekten vernünftig weiterfahren. Hier ein Überblick (grün=okay, gelbbraun=aufpassen, rot=Problem):

 

A Die Geschäftsgründungen

A1 Merly und ihre mobile Küche

Ohne Schule herrscht für Merly Flaute. Diese Woche begann wie gesagt die Schule wieder. Am Donnerstag will ich Merly wieder besuchen, dann werde ich weitersehen. Ich habe zwei Dinge, die ich mit Merly angehen möchte, um ihre Kosten zu senken: Tofu-Herstellung als Ersatz für Fleisch (Nigari, das Fermentierungssalz dafür, habe ich mitgebracht) sowie den Eigenanbau von Gemüse. Ich werde ein anderes mal über das Ergebnis berichten.

A2 Luisa und das Internetcafé

Im Stadtzentrum konnte Luisa kein geeignetes Lokal finden, da der zentrale Markt umgebaut wird. Ich besprach mit ihr, vorläufig ein reduziertes Ausbildungsangebot in meinem Haus anzubieten. Nur leider machte Lusa nicht vorwärts. Als ich Ende April zurück kam, war sie immer noch gleich weit. Ich habe mich daher entschlossen, das Projekt mit ihr anzubrechen.

Stattdessen werde ich, sobald mein Haus gebaut ist, selbst Kurse im Selbststudium und begleitete Kurse anbeiten. Computer, Nähen, Holzbearbeitung, Sprachen (Englisch) sind Themen, die ich anbieten möchte. Aber auch Handwerken für Kinder. Siehe unten unter Community Projekte „B4 Ausbildungszentrum“.

Die Spender der Computer bitte ich um Geduld, möchte ihnen aber hier an dieser Stelle mal Danke sagen:

Die Globetech AG in Oberbuchsiten ist ein vielseitiger IT Dienstleister aus der Region Solothurn , Olten, Zofingen.

Die EURAPCO European Alliance Partners Company AG in Zürich ist die Service Gesellschaft für eine Reihe von unabhängigen Versicherungen. Zur Gruppe gehört z.B. auch die Schweizerische Mobiliar.

Klaus Wirtz (Twitterprofil) spendete gebrauchte Computer aus seinem Privatbesitz.

 

A3 Zaldy und seine Recycling-Näherei

Wie bereits geschrieben, war Zaldy für seine Geschäftsidee auf die Mitarbeit seiner Familie angewiesen. Diese unterstützte ihn jedoch nicht. Ohne hier näher auf die Familienprobleme einzugehen, Zaldy ist heute von seiner Familie getrennt.

Das Projekt stellen wir nun auf eine andere Ebene. Sobald mein Haus steht, werde ich über genügend Platz verfügen, um interessierte Leute im Nähen auszubilden. Diese werden dann Produkte aus reziklierten Materialien nähen, die wir gemeinsam verkaufen. Entsprechende Produkte werden zur Zeit von Regina Bircher vom „9a Atelier“ designed.

Aber auch hier muss ich um ein wenig mehr Geduld bitten.

 A4 Schmuckherstellung aus Lavasteinen

Wie bereits erwähnt, habe ich mein Projekt mit Evelyn abgebrochen. Sie wollte Schmuck aus Silberdraht und Lavasteinen herstellen. Ich glaube immer noch an die Idee. Mit allen Torusiten die ich traf, sprach ich darüber. Alle, wirklich alle, hätten so ein Produkt gekauft.Aber wie bei allem hier gilt aus der Sicht der Menschen: Wenn es noch niemand getan hat, kann es nichts Gutes sein. Egal, ich werde weitersuchen. Könnte ich ein Geschäft hier gründen, ich würde genau dieses eröffnen.

A5 Die Projekte in Gubat

Ich habe meine Projeket in Gubat eingestellt, wie ich schon früher berichtete. Die Idee, zwei Orte einen Wettbewerb austragen zu lassen, funktionierte nicht. Der Aufwand, an zwei Orten Pojekte zu unterstützen, bedeutete zuviel Aufwand (Reisezeit, geteilte Anwesenheit). Ein Teil der Kredite wurde zurückbezahlt, was aber einen grossen Aufwand bedeutete. Die ausstehenden Beträge sind kleiner, als der Aufwand den ich betreiben muss, um diese einzutreiben (Reisen, Zeit). 3 Projekte bedeuteten eine Verbesserung der Lebenssituation für die Schützlinge (Rhuvilyn, Shirley und Judith), eine Person machte nichts daraus (Nora) und einer Person (Randy) ging es nur darum, an Bares zu kommen. Ich habe daher die ausstehenden Beträge abgeschrieben.

 

B Community Projekte

B1 Spielplatz in Donsol, Dancalan

Der Rat der Barangay hat grünes Licht gegeben und Land zur Verfügung gestellt. Die Idee, was wir bauen ist skizzerit, das gesendete Geld sollte für die Materialien reichen. Projektleiter ist Jonathan, der Sicherheitsbeauftragte der Barangay. Diese Woche ist geplant, mit dem Bau zu beginnen.

B2 Gartenbauprojekt

Erste Familien haben begonnen, Gemüse anzubauen, die Pflänzchen spriessen zaghaft. Ich lernte zudem einen anderen Zaldy kennen, Zaldy Llantino. Er ist ausgebildeter Agronom und unterrichtet hier an einer Schule in Donsol Gartenbau. Mit ihm steht mir mehr Fachwissen zur Verfügung und mit ihm möchte ich auch Ideen ausarbeiten, wie wir mehr Menschen dazu motivieren können, selbst Gemüse anzubauen.

B3 Ausbildungszentrum

Sobald mein einfaches Häuschen steht, will ich endlich ein Ausbildungszentrum schaffen. Fokusiert auf Selbststudium. Ich stelle ich mir vor, diverse Möglichkeiten für ein Selbststudium sowie begleitete Kurse anzubieten .

Im Selbststudium könnten Tricycle Fahrer Englisch lernen, Schüler programmieren, Mütter gesund kochen, was immer jemand lernen möchte, mein Haus und Computer stünden zur freien Verfügung. Ich kann mir auch vorstellen, einzelne Programme (mit geringen Kosten) zu buchen und den Menschen hier Zugriff zu geben.

Als begleitete Kurse stehen Nähen, Schreinern und Werken für Kinder im Vordergrund. Eine Nähmaschine steht bereits hier (die von Zaldy), Maschinen zur Holzbearbeitung sind auf dem Weg in die Philippinen….

B4 Dine With A Local Family

In der vergangenen Touristensaison führte ich rstmals das Programm “Dine Wwith A Local Family” durch. Von Januar bis Ende Mai waren es rund 70 TouristInnen, die das Programm buchten. Das sind 17‘500 Pesos, oder rund 400 Franken. Rund 20% gehen für Essen raus, der Rest, also rund 320 Franken, sind zusätzliches Einkommen für arme Familien. Das entspricht über 50 Tagen Einkommen für einen Arbeiter mit dem momentanen Mindestlohn. Was für rine Erfolg.

Fèr die nächste Saison will ich nun mehr Familien finden, die kochen, sowie mehr Tricycle-Fahrer involvieren, vorallem solche, die eher Kontakte mit Touristen haben, da sie an den entsprechenden Standplätzen stehen.

 

C Punktuelle Hilfe

C1 Schule Tongdol

Die Spende der Instrumente für die abgelegene Schule erfolgte zu einer ungünstigen Zeit. Kurz danach war Weihnachtszeit, dann kam der Schulabschluss mit Arbeiten, Zeremonien und schliesslich war Ferienzeit. Joven, der federführende Lehrer versprach mir, dass im Juli die erste Parade der Schüler stattfinden wird. Bis dahin warte ich zu, das nächste Projekt, die Bibliothek, in Angriff zu nehmen.

C2 Medizinische bzw. finanzielle Hilfe

Auch dieses Jahr unterstütze ich bei Bedarf ein paar arme Familen mit kleinen Geldbeträgen, um sich medizinisch versorgen zu lassen oder ihren Kindern die notwendigen Schulmaterialien zu kaufen. Im Mai waren das rund 100 Franken.

Eine grossartige Idee könnte sich mit einer Touristin aus Deutschland anbahnen, die Ende 2016 hier in Donsol war. In Verbindung zum Gartenbauprojekt besprachen wir, dass es Sinn machen würde, junge Mütter zu erklären, was eine gesunde Ernährung ist. Zur Erinnerung: Rund 20% der Kinder in den Philipppinen leiden unter Magelernährung. Nicht zu wenig zu Essen, aber falsches Essen. Obschon ich keine offiziellen Zahlen habe, gehe ich davon aus, dass das her in Donsol nicht anders ist.

 

Das wäre es fürs erste. Was denkst Du über unser Projekt hier insgesamt?

 

 

 

 

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3 Comments

  1. ich bewundere nach wie vor deinen ungebrochenen Elan! Tolle Arbeit!

  2. Danke für Deinen Bericht, ist immer interessant, die aktuellen Projekt-Stände zu sehen, ich finde Deine Anpassungen nach Bedarf inspirierend! Weiterhin viel Erfolg, Gruss und bis bald.

  3. Entwicklungszusammenarbeit at its best: Lokal, situativ, persönlich, engagiert, anpassungsfähig. Und nicht zuletzt: Ehrlich! So entsteht Vertrauen.

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