Ein Ende mit Fortsetzung

Ich habe zwei Projekte in Donsol definitiv eingestellt. Ich möchte hier über die Hintergründe schreiben, aber auch, was in solchen Fällen der Vorteil ist meines Konzepts.

Evelyn

Evelyn wollte bekanntlich Souvenirs herstellen. Schlüsselanhänger und andere Kleinigkeiten aus Schalen von Pili-Nüssen. Ich kann diese Dinger an jeder Ecke kaufen. Zumindest während der Touristensaison. Und da ich mich mit solchen Geschäftsmodellen nicht anfreunden kann, suchten wir nach einer anderen Lösung. Zum Schluss einigten wir uns, dass Evelyn Schmuck aus Lavastein vom Mount Mayon herstellt. Mount Mayon ist das Wahrzeichen der Region Bicol, der aktivste Vulkan der Philippinen.
Nach einigen Anfangschwierigkeiten stellt sie auch tatsächlich ein paar Prototypen her. Dann aber hörte sie auf. Sie müsse sich um iher Kinder kümmern, könne Bohrer und Schelifmaschine nicht brauchen, da das für die Kinder zu gefährlich sei, sie fand dauernd neue Gründe, warum sie nicht weiter kam.
Bei einem Gespräch früher in diesem Jahr offerierte ich ihr, die Maschinen zurückzugeben, dann sei die Rückzahlung des Kredits hinfällig. Sie wollte das nicht, sie würde liebend gerne das Geschäft zu einem späteren Zeitpunkt aufbauen.

Da nun aber auch die Kreditrückzahlungen ausblieben, entschied ich, dass ich die Maschinen zurück haben will. Ich will dieses Geschäft mit Lavaschmuck aufbauen, halt mit jemand anderem, bevor eine aussenstehende Person die gleiche Idee hat.

Zaldy
Zaldy wollte ursprünglich Kleider für Babies, weibliche Teens und Shirt für Touristen nähen. Ich rief auch zu einer Kleidersammlung auf, um einen Kleiderverleih aufzubauen. Von seinen Produkten konnte er jedoch nur wenige verkaufen.
Plötzlich tauchte Zaldy anfangs dieses Jahr mit Geldbeuteln aus reziklierten Reissäcken auf. Ich fand die Idee grossartig und entwickelte mit ihm zusammen weitere Ideen. Reiseetuis, Badebeutel, Rucksäcke aus Textilien, Flip-Flops aus Autopneus, die Ideen sprudelten.

Das Geschäft war als zweites Bein gedacht, falls er seine heutige Tätigkeit als Tricyclefahrer nicht mehr ausüben könnte. Der Aufbau seines zweiten Standbeins hätte die Mitarbeit seiner Frau und seiner beiden Kinder (beide ohne Schulabschluss) bedingt. Und genau daran happerte es.

Die Kinder spielten lieber auf Facebook und mit seiner Frau hat er zunehmend Eheprobleme. Das war übrigens auch der Hauptgrund, weshalb Zaldy schon vor Wochen seine Zusammenarbeit mit mir beenden wollte.

Was nun

Das Geschäft mit Lavaschmuck will ich mit jemand anderem aufbauen. Ich suche zur Zeit geeignete Personen. Mit der Nähmaschine von Zaldy biete ich nächstes Jahr Nähkurse an (unter Mitarbeit von Zaldy), um dann mit Talenten Produkte herzustellen, die lokal, aber eventuell sogar in der Schweiz verkauft werden können.

Das ist der Vorteil meines Konzepts. Die Maschinen und alles Material bleiben bekanntlich in meinem Besitz, bis der Betrag ganz zurückbezahlt ist. Fällt nun einer meiner Schützlinge aus, ist nicht einfach alles Geld weg. Vielmehr kann ich mit dem was da ist versuchen, ein weiteres Geschäft aufzubauen. Würde ich das nicht so tun, würden wohl die Maschinen verkauft, das Geld ausgegeben und wir müssten den ganzen Betrag abschreiben.

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