Meine Haltung zu Gruppenkrediten

Ich wurde gefragt, wieso ich Mikrokredite an Einzelpersonen vergeben will und nicht an Gruppen. Dieses Konzept hätte sich bewährt, damit die Menschen unter einem Gruppendruck stehen, ihre Kredite zurückzubezahlen.

Es gibt tatsächlich sehr viele Organisationen, die Mikrokredite nur an Gruppen gewähren, die dann gemeinsam für die Rückzahlung haften. Leider hat sich dieses Konzept nur insofern bewährt, dass die Rückzahlungsrate tatsächlich höher ist. Viele Institute, die dahinter stehen, bevorzugen diese Art der Kreditvergabe, weil sie damit ein geringeres Verlustrisiko haben.

Was leider kaum zur Sprache kommt, sind die negativen Auswirkungen dieses Vorgehens. Selbstmord, Prostitution, nur zwei der Konsequenzen, von denen man aus Asien leider immer wieder hört. “Das Gesicht wahren” ist für Asiaten wichtig. Kann jemand seinen Teil des Kredits nicht zurückzahlen, gerät er/sie unter Druck. Das kann zu erschreckenden Ereignissen führen. Ereignisse, für die ich nicht gerade stehen möchte. Daher verzichte ich auf das Instrument der Gruppenkredite.

Ich empfehle Dir, Dir die Zeit und nehmen und diesen Artikel in “Der Zeit” zu lesen: “Selbstmord einer grossen Idee“. Er beschreibt beispielhaft die Situation in Indien. Dann wirst Du meine Haltung besser verstehen.

Möchtest Du mehr wissen über mein Projekt? Dann folge diesem Link “A Better Future For Filipinos“.

Das Bild entstand 2014 während meiner Machbarkeitsstudie in den Philippinen. Es zeigt eine Jugendveranstaltung in Naga City, dem Zentrum der Bicol Region, wo mein Projekt erstmals durchgeführt werden soll.

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2 Comments

  1. Pingback: Fragen und Antworten | Jürg's "wyssion"

  2. Hat dies auf Olaf Grewe rebloggt und kommentierte:
    Eine starke Idee
    Das Projekt ist eine wunderbare Sache, die ich sehr gerne unterstütze. Viel spannender finde ich aber noch den Ansatz, den Jürg hier darstellt: Lernt die Kultur kennen, für die Ihr was machen wollt, lernt deren Verhaltensmuster kennen und konzipiert das Projekt entsprechend.

    Das Thema “Gesicht verlieren” ist schon recht bekannt. Welche schmutzigen Auswirkungen das haben kann, davor verschliessen wir nur allzu gerne die Augen.

    Daher: Danke für das Projekt und danke für den interkulturellen Denkanstoss.

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