Wirtschaftsflüchtlinge

Wirtschaftsflüchtlinge. Ein Wort, das Politiker gerne verwenden. Ich kann damit nicht viel anfangen. Ich sehe keinen Unterschied, ob jemand ermordet wird oder verhungert. Oder stirbt, weil medizinische Hilfe fehlt.

Auch Philippinen sind Wirtschaftsflüchtlinge, wenn ich bei dem Wort bleiben will. Knapp 11 Millionen PhilippinerInnen arbeiten im Ausland. Sie überweisen pro Jahr mehr als 20 Milliarden US-Dollar in ihre Heimat. Das tönt zunächst sehr positiv.

Aber die Zeitungen in Asien sind voll von Berichten, wie diese OFW (Oversea Filipino Worker) behandelt werden. Tiefstlöhne, Sklavenhandel, Ausbeutung. Die “Deutsche Gesellschaft für Zusammenarbeit” schreibt:

Seit der Marcos-Ära (1966-86) ist der systematische Export philippinischer Arbeitskräfte zum Markenzeichen des Landes geworden. Befürworter dieser Politik sprechen deshalb von den OFWs als “neuen Helden der Nation”, während Kritiker da völlig anderer Meinung sind und sie als “neue Märtyrer” bezeichnen. “Märtyrer” deshalb, weil OFWs in der Vergangenheit und heute unter zum Teil erbärmlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen leiden und vielfältigen Formen von Demütigung, sexueller Belästigung und Gewalt ausgesetzt sind. Mittlerweile sind etliche Fälle – vor allem aus Ländern des Nahen und Mittleren Ostens – publik geworden und dokumentiert, aus denen hervorgeht, dass OFWs und OWs anderer Staaten (u.a. Indonesien) von ihren Angestellten buchstäblich als Sklaven/innen gehalten wurden. In einigen Extremfällen kam es zu öffentlichen Hinrichtungen von OFWs in ihren “Gastländern”, nachdem sie aus schierer Verzweiflung gegen ihre Peiniger vorgegangen waren und diese schwer verletzt oder getötet hatten.

Der Export von Arbeitskräften kann keine langfristige Lösung sein. Ein “Brain Drain” nutzt keinem Entwicklungsland.

Nun, ich will mein Projekt nicht überbewerten. Aber ich sehe das Konzept als Beispiel, Menschen in ihrer Heimat Verdienstmöglichkeiten zu schaffen und aus eigener Kraft der Armut zu entkommen.

Es wäre mein Traum, wenn sich diese Idee durchsetzen würde und beispielsweise auch in Afrika umgesetzt werden könnte. Mikrokredite sowie Ausbildung und Coaching vor Ort. Ich werde in einem nächsten Artikel schreiben, wieso ich mein Projekt als Alternative zu kiva.org oder zu zidisha.org sehe.

Insofern geht es mir nicht um ein einmaliges Projekt, sondern um den Beweis, dass dieses Konzept besser ist. Wenn Du dabei sein möchtest, dann unterstütze bitte hier: “A Better Future For Filipinos“.

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