Wer fliegt mit?

Wer fliegt mit in eine bessere Zukunft? Sobald ich weiss, wieviel Leute teilnehmen können (Abhängig von der Höhe der Spenden), werden die Spender (ab 250 Euro) wählen können.

Hier schon vorweg eine Aufstellung aller Personen, die sich in Gubat respektive Donsol angemeldet haben. Dazu ein paar Informationen:

Alle Personen leben von weniger als 2 USD pro Kopf pro Tag. Das reicht fürs Essen, nicht jedoch z.B. für medizinische Versorgung.

Ein paar der Menschen sind homosexuell, in einem katholischen Land wie den Philippinen, wo die Kirche sehr einflussreich ist, ein besonderes Handicap.

Bei meiner Idee dachte ich zunächst, nur sehr junge Leute sollten profitieren. Das ist auch heute noch so. Jedoch besteht hier auch ein gewisses Risiko. Ganz jungen Menschen in den Philippinen wird oft die Reife abgesprochen, um ein Unternehmen zu gründen. Ich bin anderer Meinung. Jedoch will ich es den Spendern überlassen, wer profitieren soll. Ohnehin würden wohl die meisten Firmen als Familienbetrieb gegründet, daher spielt das Alter weniger eine Rolle.

Bei Mikrokrediten werden häufig Frauen bevorzugt. Ihnen sagt man nach, dass sie zielstrebiger seien, als Männer. Jedoch gibt es immer die Ausnahmen. Aich das möchte ich den Spendern überlassen, für wen sie sich schlussendlich entscheiden.

In den Philippinen ist es oft so, dass eine Person eine Geschäftsidee hat, andere denken dann, sie könnten das auch und kopieren das Geschäft. Mit dem Resultat, dass nicht genügend Nachfrage besteht und am Schluss beide Unternehmen bankrott gehen. Typische Geschäfte in den Philippinen sind Sari-sari Kioske (*) oder E-Load Firmen (**). Mit jedem Geschäft sind Risiken verbunden. Diese zu reduzieren ist Ziel der Ausbildung zu Beginn und das fortlaufende Coaching, das mithelfen soll, aus der Masse herauszustechen.

Update vom 20. Juli 2015:

Ich hatte soeben einen Chat mit Sherly, meiner lokalen Kontaktperson. Einen der Kandiaten haben wir disqualifiziert. Er war offensichtloich beim Bewerbungsgespräch nicht ehrlich. Schade, aber das gibt es. Diese Information teile ich jedoch mit Euch, im Sinne der Transparenz, die ich mit meinem Projekt anstrebe.

* Sari-sari Kioske verkaufen nicht ganze Packungen sondern lediglich soviel, wie ein Kunde benötigt bzw. bezahlen kann. Diese gibt es an allen Ecken. Wichtig für den Erfolg sind das Produktesortiment, die Lage und die Beliebtheit des Kiosks.
** E-Load Geschäfte verkaufen Guthaben für Mobiltelefone. Die meisten Leute haben Prepaid Karten und sind auf solche Geschäfte angewiesen, um sich ein Guthaben zu kaufen. Die Preise sind fix, der Verkäufger erhält eine Provision. Auch solche Geschäfte gibt es an jeder Ecke. Wichtig ist hier vorallem die Lage. Aus meiner Sicht sollte so ein Geschäft ein erweitertes Produktesortiment führen, analog den Sari-sari Kiosken.

Slide1 Slide2 Slide3 Slide4 Slide5 Slide6 Slide7 Slide8 Slide9 Slide10 Slide11 Slide12 Slide13 Slide14 Slide15 Slide17 Slide18 Slide19 Slide20 Slide21 Slide22 Slide23 Slide24 Slide25 Slide26 Slide27 Slide28 Slide29 Slide30 Slide31 Slide32 Slide33 Slide34 Slide35 Slide36 Slide37 Slide38 Slide39 Slide40 Slide41 Slide42 Slide43 Slide44 Slide45 Slide46 Slide47 Slide48 Slide49 Slide50 Slide51 Slide52 Slide53

Bookmark the permalink.

5 Comments

  1. Hallo Jürg,
    Als ich oben stehenden Beitrag zum ersten Mal gelesen hatte, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Es wimmelt nur so von Sari-Sari Projekten. Dazu ein bisschen mehr weiter unten.
    Dann habe ich deinen Artikel wieder und wieder gelesen, Auch die Rubrik “Besonderes” enthält einige Informationen, die mir ein Schmunzeln auf die Lippen gezaubert haben.

    Eigentlich wollte ich gar nicht zu deinem Artikel schreiben, da meine Meinung doch eher pessimistisch ist. Dies widerspricht aber meiner Lebensphilosophie, welche manchmal sogar zu optimistisch ist. Einige Meinungen sind voreingenommen. Andere beziehen sich auf meine lokalen Erfahrungen. Ich schreibe halt nun doch …

    Bisher waren und sind alle meine Frisöre “Baklas” – wie homosexuelle mit einem Hang zur Weiblichkeit hier genannt werden. Die katholische Kirche hat auf diese beinahe keinen Einfluss. Auf ABS-CBN läuft seit langer Zeit eine Serie zur besten Sendezeit: “Vice Ganda”. Alle, aber wirklich alle haben ihr Vergnügen an den manchmal zottigen Sprüchen.
    Mein Coiffeur in Kalibo (Panay) verlangte 20 Pesos für einen Haarschnitt. Ihm (Ihr) gehörte auch das gut laufende Geschäft. Soviel ich weiss, ist er immer noch im Business.
    Hier in Camiguin bezahle ich 30 Pesos pro Haarschnitt. Der Besitzer macht nichts anderes, als Geld einziehen. Bei ihm arbeiten 2-3 Baklas zwischen 08:00 und 17:30.
    2 der Bewerbungen sind für ein Frisörgeschäft. Eines in Gubat und eines in Donsol. Das könnte klappen. Gubat hat meine Präferenz. Der geschätzte Reinverdienst pro Tag liegt bei 80-160 Pesos.

    6 Fisch-Shops und 3 Hühner- bzw. Schweinefarmen sind auch angemeldet.
    Ich weiss nicht, wie das in Donsol und Gubat aussieht, aber hier in Camiguin sind beide strikt organisiert und in fester Hand. Ich möchte nicht gerade das Wort der ehrenhaften Vereinigungen in Süditalien zitieren, aber weit davon ist es nicht entfernt. Das Fisch-Geschäft ist sehr von den Jahreszeiten abhängig und kann mit den beschränkten Mitteln nur als Zweiterwerb betrachtet werden. In eine Hühner- oder. Schweinefarm würde ich nicht investieren.

    Die Katgeorie Bäckerei und Snacks wird hier von Franchising Firmen dominiert. Die Lizenzen sind happig und so eine Bude steht hier in Mambajao an jeder Ecke. Es gibt da aber eine immer wichtiger werdende Marktlücke: gutes Brot. Hier in Camiguin haben das ein Filipino und zwei Expats entdeckt. Die Expat backen Brote aus ihrer Heimat: Italien und Deutschland. Der Filipino bäckt Baguettes wie in Paris und etwa 6 verschiedene Brotsorten. Wenn also eine/r der Bewerber eine Ahnung von Backen hat, dann unbedingt von den Franchisen weg bleiben und unter eigenem Label gutes Brot backen. Geschätzter Reinverdienst pro Tag nach 3-6 Monaten EInführungszeit: 600 – 1000 Pesos

    Der Confiseur könnte gute Chancen haben. Eine Nichte meiner Partnerin hat vor 3 Jahren in Naga City ein “Cup-Cake” Business aufgemacht. Sie macht das immer noch neben ihrem Studium. Die EInnahmen laufen gut bis sehr gut. Mit dem verdienten Geld finanziert sie ihr eigenes Studium und jenes ihres Cousins. Da sehe ich ein grosses Potential auch für dich, lieber Jürg. So eine Idee benötigt vor allem Wissen in Marketing und Buchhaltung.

    In gleiche Richtung geht auch die Näherei und den Kleidergeschäften. Die meisten Kleider hier in der Provinz werden im Second-Hand Handel verramscht. Ich kaufe mir 2 Shorts oder 3 Hemden für 100 oder 150 Pesos. Die Ware ist nicht schlecht, Sie hat einfach kleinste Schönheitsfehler, welche im Westen nicht akzeptiert werden. Am besten wäre eine Kooperation Kleidergeschäft/Schneiderei. Der Reinverdienst kann auch hier bei 1000 Pesos pro Tag und mehr liegen.

    Es gibt in deiner Liste noch eine Idee, welche bestehen könnte, wenn sie sich aus der Masse herausheben kann. Deine Aufgabe! Die Idee mit der Erdnussbutter könnte gedeihen, wenn sich die neue Marke von der amerikanischen Massenproduktion abheben kann.

    Und der Rest? E-Load Shops gibt es zu hunderten. BBQ Stände, kleine Restaurants (Eateries) gibt es in jeder Hütte. Der angehende Reishändler wird kaum gegen die nationale und lokale Ma..a ankommen. Dort geht die Korruption bis hinauf zum Präsidenten.

    Das Kosmetikgeschäft könnte funktionieren. Es sollte unbedingt mit einem Nagelstudio verbunden sein. Pinoys und Pinays schneiden sich die Nägel nicht selbst. Wenn jemand das Handwerk wirklich versteht, sind da Tagesumsätze von gegen 1000 Pesos und mehr zu machen. Unsere Pedicure-Spezialistin kommt ins Haus und verlangt 250 Pesos für etwa 2 Stunden.

    Den Videoke Verleiher habe ich auch ausgeklammert. Wenn der hier sein Business aufmachen würde, dann hätte er meinen Bolo am Hals.

    Und nun zum Schluss noch die Mehrheit: 15 Sari-Sari Shops. Du nennst sie Kioske,
    Ich habe nun in gut 8 Jahren hier in der Inselwelt erst 2 von über 100 Sari-Sari Projekten gesehen, welche mehr als 6-12 Monate überlebt haben.
    Die Margen sind mikroskopisch. Die Familie, welche sich selbst bedient ist gross. Die Anzahl der Schnorrer und Anschreiber ist noch viel grösser. Zudem fehlt es überall an grundlegendem Wissen. Der grösste Fehler ist immer noch, den Umsatz mit Reingewinn zu verwechseln. Auch wenn du das über ein Jahr hinweg überwachst, wird nach deiner Abreise sehr schnell vergessen.
    Ich glaube, über die Kopiermentalität hatten wir schon ausführlich diskutiert.

    Das wär’s dann für heute. Zum Crowdfunding habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht. Davon verstehe ich aber beinahe nichts.
    Vielleicht werde ich mich morgen dazu äussern.

    Magandang gabi at may isang magandang panaginip

    René

  2. Pingback: Eine Zukunft für junge PhilippinerInnen – mit Mikrokrediten und einer guten Idee | AmizadeCH

  3. Pingback: Development Aid From Home | Jürg's "wyssion"

  4. Pingback: A Better Future For Filipinos | Olaf Grewe

  5. Pingback: Die Maschine ist startbereit | Jürg's "wyssion"

Leave a Reply